Produktionsleistung EUR 2,9 Mrd. (-9,6 %) – Zweithöchstes Niveau der Geschichte
Auftragsbestand EUR 2,7 Mrd. (+4,8 %) – All-time-high
EBIT: EUR 64,0 Mio. (-9,7 %) – Korrespondierend zur Leistung
Eigenkapital: 23,9 % (+4,5 PP) – Kapitalmaßnahmen in 2009
Beschäftigtenstand: 11.880 (-1,9 %) – Stabil
Dividende je Aktie: EUR 2,20 – Gleichbleibend hoch
Die europäische Baukonjunktur kühlte zeitverzögert im Laufe des Jahres 2009 merklich ab. Am stärksten waren wie allgemein erwartet die Rückgänge im freifinanzierten Hochbau, insbesondere im osteuropäischen Raum, welcher sich mittelfristig wieder - wenn auch auf geringerem Niveau als vor der Krise - erholen wird. PORR hat auf diese negativen Entwicklungen mit einer strategischen Erweiterung reagiert: In Kooperation mit der türkischen Renaissance-Gruppe weitet die PORR-Gruppe in Zukunft ihre Geschäftstätigkeiten im Infrastruktursektor auf die Märkte Naher Osten, Nordafrika und Türkei aus.
Vorstandsvorsitzender Wolfgang Hesoun: „Das Jahr 2009 verlief in Anbetracht des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes dank der Auftragsüberhänge aus dem Jahr 2008 in Summe solide. Mit unserer Markterweiterung und Kooperation mit der Renaissance-Gruppe rüsten wir uns nun für schwierige Zeiten, die in den nächsten zwei bis drei Jahren auf die Bauwirtschaft zukommen werden. Wir sind überzeugt davon, dass das Wachstum in der so genannten MENA-Region die Rückgänge in Europa zeitnahe kompensieren und mittelfristig – nach Abflauen der Krise – zu einem dritten Standbein der PORR-Gruppe werden wird.“
Europäische Baukonjunktur von Wirtschaftskrise gezeichnet
Die europäische Baukonjunktur war im Jahr 2009 deutlich von den Folgen der globalen Wirtschafts- und Kapitalmarktkrise gezeichnet. Die Wirtschaftsforscher erwarten eine konjunkturelle Belebung erst Mitte 2010. Da die Bauindustrie aufgrund der Abarbeitung von Großprojekten erst zeitverzögert auf Konjunkturschwankungen reagiert, waren erste Auswirkungen im Auftragseingang insbesondere in Osteuropa spürbar, die großen und nachhaltigen Effekte werden sich aber bis ins Jahr 2012 realisieren. Im Inland entfalteten die beschlossenen Konjunkturpakete erste Wirkungen gegen Jahresende 2009. Dies sorgte für entsprechende positive Impulse im infrastrukturgetriebenen Tiefbau. Im Gegensatz dazu ist der von privaten Investitionen entscheidend geprägte Hochbausektor am stärksten von der Krise betroffen. Spürbar ist dies in einem massiven Rückgang bei den Auftragseingängen im Hochbausektor. Insgesamt verfügt die PORR-Gruppe aber über einen soliden Auftragsbestand, der sich per Jahresende 2009 im Vorjahresvergleich um 4,8 % auf EUR 2.683,9 Mio. erhöhte.
Unternehmensentwicklung in Anbetracht des schwierigen Umfeldes solide
Die Finanzkrise wirkte sich zeitverzögert auf den Bausektor aus. Die negativen Effekte werden durch den verschobenen Konjunkturzyklus zumindest bis 2012 fortdauern. Die Produktionsleistung im Berichtsjahr 2009 betrug EUR 2.877,0 Mio. und sank damit um 9,6 % beziehungsweise EUR 305,9 Mio. im Vergleich zum Vorjahr. Hesoun: „Insgesamt rechnen wir damit, dass die Talsohle im Jahr 2010 erreicht sein wird und die negativen Folgen der Krise jedenfalls bis ins Jahr 2012 hineinreichen werden.“ Dennoch verzeichnete PORR 2009 das zweitstärkste Geschäftsjahr in der Unternehmensgeschichte. Trotz des wetterbedingten späteren Baustarts zu Beginn 2009 und des schwierigen Umfelds übertraf die Leistungsentwicklung das Niveau des Regeljahres 2007 um beachtliche 4,9 % beziehungsweise um EUR 133,3 Mio. Verglichen mit dem typischen Regeljahr 2007 liegt die PORR-Gruppe weiterhin gut auf Kurs und konnte um 4,9 % hinsichtlich der Produktionsleistung zulegen. Vor allem der Auftragsbestand von 2.683,9 Mrd. EUR (+4,8 %) ist in diesem Zusammenhang zu nennen, womit selbst der Rekordwert von 2008 überschritten werden konnte. Bedingt durch eine schwächer werdende Baukonjunktur sank allerdings die Produktionsleistung im Vergleich zum außergewöhnlich guten Jahr 2008 um 9,6 % auf EUR 2.877,0 Mrd. Auch das EBIT verringerte sich korrespondierend zur Leistung um 9,7 % auf EUR 64,0 Mio.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die PORR-Gruppe zwei Kapitalmaßnahmen durchgeführt, um für wirtschaftlich schwierigere Zeiten gerüstet zu sein. Mit einer Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 83,5 Mio. sowie durch eine Anleihebegebung in Höhe von EUR 100 Mio. konnte PORR eine Verbesserung ihrer Liquiditätssituation und ihrer Eigenkapitalquote um 4,5 PP auf 23,9 % erzielen, um auch in schwierigen Zeiten das Fundament für eine ansprechende Performance zu schaffen.
MENA-Zuwächse sollen Rückgänge in CEE/SEE kompensieren
Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Rückgänge in Osteuropa wurde von Seiten des PORR–Managements eine strategische Erweiterung vorgenommen: Im Zuge der Kapitalerhöhung im September 2009 wurde die türkische Renaissance-Gruppe als neuer Aktionär an Bord geholt (10,22 % Anteil an der PORR-Gruppe) und zum gleichen Zeitpunkt ein Joint Venture (Porr Construction Holding – PCH) initiiert, das künftig gemeinsam Projekte im Infrastrukturbereich in den Regionen Naher Osten und Nordafrika bearbeiten wird. Denn in unseren neuen Märkten sind die Wachstumsraten deutlich höher als in den bestehenden PORR-Märkten West- und Osteuropas.
MENA-Märkte langfristig als drittes Standbein – verbesserte Risikodiversifikation
Der türkische Partner Renaissance bringt in die Kooperation fundierte lokale Marktkenntnisse und Personalressourcen ein, PORR das herausragende technische Know-how für eine effiziente und qualitätsvolle Abwicklung von Infrastrukturprojekten. Aufgrund der bereits gesetzten Aktivitäten von PORR konnten bereits eigene Marktzugänge geschaffen werden, die eine nachhaltige Entwicklung in diesen Regionen positiv unterstützen.
Generaldirektor Wolfgang Hesoun: „Im Jahr 2010 sollen die ersten komplexen Projekte im Verkehrswegebau im mittleren Volumensegment begonnen werden, mittelfristig soll sich ein ansprechendes Wachstum in der MENA-Region entfalten. Dadurch sollen diese neuen Märkte zu einem weiteren, wichtigen Standbein der PORR-Gruppe werden und sowohl zu Wachstum wie auch einer weiteren geographischen Risikodiversifikation beitragen.“
Ihre Gesprächspartner:
Generaldirektor Ing. Wolfgang Hesoun
Vorsitzender des Vorstandes der PORR AG
Direktor DI Johannes Dotter
Mitglied des Vorstandes der PORR AG
Direktor Mag. Rudolf Krumpeck
Mitglied des Vorstandes der PORR AG
Direktor Dr. Peter Weber
Mitglied des Vorstandes der PORR AG
Rückfragehinweis:
Mag. Peter Walder
Büro des Vorstandsvorsitzenden
T 050-626-1003
peter.walder@porr.at
Mag. Roland Rudel
Presse-Referent
T 050-626-1004
roland.rudel@porr.at
Pressetext
(84 KB)