Das letzte fehlende Baulos der S35 wurde von Landshauptmann Franz Voves für den Verkehr freigegeben.
Wien, 31. Mai 2010 (Pressemitteilung) Das letzte fehlende Baulos zum Vollausbau der S35, Tunnel Kirchdorf und Kaltenbach, wurde am Freitag durch Landeshauptmann Franz Voves im Beisein zahlreicher Gäste und Prominenz aus Politik, Medien und der Baubranche für den Verkehr freigegeben. Die beiden Tunnel Kirchdorf und Kaltenbach wurden von einer Arbeitsgemeinschaft der Firmen PORR, ÖSTU-STETTIN und G. Hinteregger im Auftrag der ASFINAG in fünf Jahren Bauzeit inklusive Vorarbeiten unter äußerst schwierigen Bedingungen realisiert und erlangten besonders durch die Asbestvorkommen im Gestein (asbesthaltiges Serpentinit) überregionale Bekanntheit. Mit durchschnittlich acht bis neun Abschlägen im Sprengvortrieb wurde im Zuge der Tunnelbauarbeiten trotz widriger Umstände eine Spitzen-Vortriebleistung von rund 17 m pro Tag erzielt. An den Freilandbereichen war und ist eine Arge unter der Führung der PORR-Tochter Teerag Asdag tätig, sie wird die Restarbeiten an den Nebenstraßen ab Mitte Juli abgeschlossen haben.
Besonders stolz ist die ARGE S35, dass die Tunnelröhren trotz zahlreicher Problembereiche und dadurch bedingter Verzögerungen zügig fertig gestellt werden konnten. Zu den Schwierigkeiten zählten im Bereich des „Serpentinits“ beim Tunnel Kirchdorf Süd die darin enthaltenen Asbest- und Schwermetall-Anteile, die dazu führten, dass der Vortrieb in diesem Abschnitt zwischenzeitlich eingestellt werden musste. Aufgrund einer verschärften Gesetzeslage war vor diesem Hintergrund die Abwicklung eines Deponieverfahrens (AWG) zur Ablagerung des Materials erforderlich, wobei die ARGE S 35 den Vortrieb nach Erhalt eines positiven Bescheids im Oktober 2007 sofort wiederaufnehmen konnte. Im Juni 2008 erfolgte dann der letzte Kalottendurchschlag. Unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen wurde so im Endeffekt eine „Serpentinitstrecke“ von insgesamt zweimal 500 Metern durchörtert. Auch im Bereich des "Kriechhanges" Kirchdorf Nord konnte die ARGE S 35 den Vortrieb unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen und einem begleitendem Messprogramm erfolgreich abschließen, wobei die Kriechbewegungen weitestgehend abgeklungen sind.
Die Herstellung der insgesamt vier Tunnelröhren umfasste eine Gesamtlänge von
7.636 m, wobei 7.099 m bergmännisch vorgetrieben und 537 m in offener Bauweise ausgeführt wurden. Die Leistungen für das gegenständliche Baulos umfassten neben sämtlichen Ausbruchs- und Stützmaßnahem auch die Ausbauarbeiten der Tunnelröhren, Verlegen einer durchgehenden Abdichtung, Einbau der Innenschale, Verlegen der Kabelkanäle inkl. der Löschwasserleitung und einer durchgehenden Betondecken-Fahrbahn. Ebenso wurden acht Tunnelportale mit den dazugehörigen Freilandstrecken hergestellt. Dazu waren insgesamt sechs Ankerwände mit einer Gesamtlänge von ca. 1.000 m mit Höhen bis zu 20 m erforderlich. Zahlreiche Durchlässe, Stützmauern, Hochbehälter, Betriebseinrichtungen und Kleinbauwerke waren dabei im Zuge der Bauabwicklung herzustellen. Darüber hinaus war auch der gesamte Erd- und Straßenbau im Umfang des Bauloses enthalten. Ab nun steht den Autofahrern eine durchgängige Schnellstraßenverbindung zwischen Bruck an der Mur und Graz zur Verfügung.
Rückfragehinweis:
Mag. Roland Rudel, Presse-Referent
Allgemeine Baugesellschaft - A. Porr AG
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M +43 664 626 1004
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