Autobahnbrücke A99
München, Deutschland / 12.2017 - 10.2019
Mit dem Abtrag und Neubau von zwei Autobahnbrücken über den Isarkanal leistete die PORR einen wesentlichen Beitrag zum achtspurigen Ausbau der A99 bei München. Das Infrastrukturprojekt wurde unter laufendem Verkehr auf einer der meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands umgesetzt und vereinte anspruchsvollen Brückenbau mit hohen Umwelt- und Architekturstandards.
Facts & Figures
Unternehmen
PORR Bau GmbH
Projektart
Brückenbau
Bauzeit
12.2017 - 10.2019
Brückenabtrag und Neubau A99 über den Isarkanal
Die beiden bestehenden Brückentragwerke bildeten einen zentralen Abschnitt des Ausbauprojekts zwischen dem Kreuz München-Nord und der Anschlussstelle Haar. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung von bis zu 170.000 Fahrzeugen pro Tag mussten sämtliche Arbeiten bei laufendem Verkehr durchgeführt werden. Gleichzeitig stellte die Lage über dem Isarkanal besondere Anforderungen an den Rückbau der Bestandsbauwerke, da weder die Wasserqualität noch das bestehende Betonsohlgerinne beeinträchtigt werden durften.
Für die sichere Abwicklung entwickelte die PORR ein spezielles, mehrfach einsetzbares Abbruch- und Arbeitsgerüst. Die innovative Konstruktion ermöglichte den Rückbau der bestehenden Brücken sowie die Errichtung beider neuen Tragwerke mit nur einer Gerüstlösung. Damit konnten Bauabläufe optimiert und Ressourcen effizient eingesetzt werden.
Umweltverträgliche Umsetzung im sensiblen Naturraum
Neben den bautechnischen Herausforderungen spielte der Schutz der umliegenden Natur eine zentrale Rolle. Im Baustellenbereich befanden sich Lebensräume mehrerer Fledermausarten, deren Flugrouten während der gesamten Bauzeit erhalten werden mussten. Speziell entwickelte Schutzeinrichtungen sowie ein kontinuierliches Monitoring sorgten dafür, dass die Tiere die Baustelle auch während nächtlicher Arbeiten ungestört passieren konnten.
Die Nähe zum Naherholungsgebiet Feringasee führte zu hohen gestalterischen Anforderungen an die neuen Brückenbauwerke. Charakteristisch sind die konisch geneigten Pfeiler, gerundeten Pfeilerköpfe sowie die parabelförmig ausgebildeten Längsträger, die sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Die Realisierung dieser komplexen Geometrie erforderte maßgeschneiderte Schalungslösungen und höchste Präzision in Planung und Ausführung. Auch die Sichtbetonflächen wurden nach strengen architektonischen Vorgaben hergestellt.
Optimierte Logistik und präzise Ausführung
Ein weiterer Erfolgsfaktor des Projekts war die präzise Organisation der Betonagearbeiten. Für jedes Tragwerk wurden rund 1.800 m³ Beton in einem einzigen Betonierabschnitt eingebaut. Da die Anlieferung des Betons im stark frequentierten Münchner Ballungsraum erfolgen musste, wurden die Arbeiten überwiegend nachts durchgeführt. Vier Großbetonpumpen mit Reichweiten von bis zu 70 Metern gewährleisteten den kontinuierlichen Einbau und die geforderte Betonqualität über die gesamte Bauwerksfläche.
Trotz der komplexen Anforderungen konnte das erste Tragwerk bereits sieben Monate nach Baubeginn fertig betoniert werden. Nach erfolgreicher Verkehrsumlegung wurde auch das zweite Brückenbauwerk termingerecht fertiggestellt. Im Anschluss übernahm die PORR zusätzlich die Gestaltung der Verkehrs- und Freiräume unter den Brücken, einschließlich neuer Zubringerstraßen, Geh- und Radwege sowie landschaftsbaulicher Maßnahmen entlang des Kanals.
Mit rund 9.000 m³ verbautem Beton, etwa 1.300 Tonnen Stahl und zwei rund 80 Meter langen Brückenbauwerken entstand ein leistungsfähiges Infrastrukturprojekt, das die Verkehrssituation im Großraum München nachhaltig verbessert und zugleich höchste technische, logistische und ökologische Anforderungen erfüllt.